giessereichorgeschichte

Vergangenes:

2019 Arbeit und Müssiggang mit Konzerten im Museum Schaffen, ref. Kirche Veltheim und Steiner Schule

Manchmal kommt man doch ganz durcheinander!
Da ist es plötzlich gut, ohne Arbeit zu sein: in den Ferien, im Rentenalter, in der Kindheit.
Aber dann wiederum ist es ganz schrecklich, ohne Arbeit zu sein: Arbeitsstreiks für Arbeit und sogar ein Amt für Arbeit (Arbeitsamt).
Und dann ist es gut Fleissig zu sein: Morgenstund hat Gold im Mund, Ohne Fleiss kein Preiss..
Und schlecht, faul zu sein: «Faulheit ist die Dummheit des Körpers und Dummeheit die Faulheit des Geisters» (Johann Gottfried Seume)
Aber manchmal eben doch: «Faul sein ist gesund und macht intelligent. Vorbei sind die Zeiten, in denen Müßiggang noch ein schlechtes Image hatte. Doch richtig faul sein will gelernt sein.»

25.3.2019 ml «Gestern präsentierte der Giesserei Chor sein aktuelles Programm. Und beleuchtete im ersten Teil, gekleidet in plakativen Arbeitsklamotten, musikalisch die verschiedenen Facetten der Arbeitswelt: Mühsaal und Plag in den Fabriken und im «Arbeitshuus», die Geschichte der modernen Sklavenhändler mit dem gleichnamigen Rocksong in A Cappella Version, Hektik und Stress auf dem Arbeitsweg und die Monotonie am Arbeitsplatz.Und den Kampf der Arbeiterbewegung für gerechten Lohn und eine gerechte Welt mit einem Arbeiterliedermedley «Völker hört die Signale». Nachdenkliche Töne erklangen mit dem Lied «Die Nachgeborenen»: „Ach, wir die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit, konnten selber nicht freundlich sein.“ Mit dem Lied «Ohne dich» sang der Chor eine Hommage an eine sinnerfüllte Arbeit.

Im zweiten Teil erschien der Chor in Freizeitkleidung. Weder Hawaihemden, noch Pyjamas fehlten. Und sang Lieder von Balu dem Bären «Probiere mal mit Gemütlichkeit», dem Musikanten in «Travailler c’est top Dur», bekannt von Polo Hofer, ein «Loblied auf die Faulheit» von Haydn.Musikalisch besonders spannend ertönten dann zwei jazzige Arrangements: Summer Song von Brubeck/Armstrong und das wohlbekannte «Wochenend und Sonnenschein». Musikalisch und szenisch liebevoll erzählte der Chor die Kurzgeschichte von Heinrich Böll vom „faulen“ Fischer und dem kapitalistischen Touristen. Nicht fehlen durfte der Traum nach einem Schlaraffenland, in Musik gebracht von Robert Schumann.
Alles in Allem ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches Programm durch die verschiedenen Musikstile. Und ein Chor, der von Lied zu Lied selbstbewusster wurde und besonders bei den klassischen Liedern mit einem schönen Klang überzeugte.»

Arbeitet man nicht umso mehr, je mehr Ferien man machen möchte? Ist es nicht so ähnlich wie mit dem Fischer am Meer, der faul am Strand liegt und ein kluger Mann ihm den Rat gibt, viel zu arbeiten, dann könne er sich auch Ferien leisten?

Der Giesserei Chor versucht, diesen Fragen und Aussagen auf den Grund zu gehen. Mit Liedern von Haydn und Schumann, aus Südafrika, Schweiz, Italien, Griechenland, Frankreich, Dave Brubeck, von Brecht, von Knackt & Konfetti, Arbeiterliedermedley, Ton, Steine, Scherben und Dolly 

2017: Benefiz-Konzerte für ökologische Projekte: Giesserei Chor – Lieder für die Erde im November 2018 in der Dorfkirche Veltheim und im Mehrzweckraum Hegi

Folgende Lieder stehen auf dem diesjährigen Programm: Aye Kerunene – Afrika * Feuer, Wasser, Erde, Luft * Blau über Blau – Finnland * Le-j-armalyi di Colombete * In the Jungle * The last great whale * The earth is my mother * Les Fleur et les arbres – Saint-Sains * Nach dieser Erde * Katastropheneinsatzplan * Im Frühstau * Earth Song – Michael Jackson * S‘Velo * Flying Free Änderungen vorbehalten.Unsere Erde ist bedroht. Im aktuellen Programm widmet sich der Giesserei Chor unserer Erde, der zunehmenden Umweltverschmutzung, dem Raubbau an Tier und Pflanze. Er besingt die Schönheit der Erde und ihre Viefältigkeit. Und hofft, dass wieder mehr Menschen Respekt zur Erde entwickeln. Ansätze gibt es mehr als genug:verstärkten Klimaschutz, Hinwendung zu Regenerativen Energien, Dezentralisierung von Energiegewinnung und Lebensmittelproduktion, Erhalt der Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt, hin zu ökologischen Fortbewegungsmitteln. Der Chor entstand 2013 kurz nach dem Bezug des Mehrgeneratio- nenhauses Giesserei. Heute singen darin 25 Menschen Lieder aus verschiedenen Epochen und Musikstilen. Der Giesserei Chor besingt skurrile, lustige und auch mal ernste Alltagsthemen und setzt sich ein für Freiheit, Gerechtigkeit und Toleranz. Chorleitung: Martin Lugenbiehl, Musikerin: Franziska Gohl

Die ökologischen Projekte: 1. Filme für die Erde («Filme für die Erde» ist ein internationales Kompetenzzentrum für Umweltdokumentarfilme.  www.filmefuerdieerde.org2. myblueplanet («myblueplanet» begann auch mit einem Film. Nachdem Daniel Lüscher, Gründer von myblueplanet, die Dokumentation «An Inconvenient Truth» von Al Gore in New York gesehen hatte, initierte er in der Schweiz, dass mehr als 15‘000 Menschen diesen Film gratis sehen konnten. Beispiele von entstandenen Projekten und Kampagnien von myblueplanet: «Bike4car»:  «Jede Zelle zählt», www.myblueplanet.ch3. fossil-free (Fossil Free setzt sich dafür, dass öffentliche und private Institutionen klima-schädliche Investments beenden und in erneuerbare Energien investieren. www.fossil-free.ch)

2016: Benefizkonzert für das Solidaritätsnetz, Winterthur mit dem Thema «Abschied – Ankunft»

Auf dem Programm stehen Lieder aus Kurdistan, von Ton Steine Scherben, Reinhard Mey, Isaac, Jiddisches Lied von Mordechaj Gebirgig, Italien, aus dem Musical Cabaret, Pop-Ballade und weitere. Wunderbar war  die Zusammenarbeit mit dem kurdischen Musiker Ali Özdemir, dem Musiker aus der Elfenbeinküste Juvet Baka und Robert Matti.

2015: Jahreskonzerte mit dem Thema Stadt, Land, Fluss 

In seinem Jahreskonzert erzählt der Giesserei Chor Geschichten von verrückten Häusern, tanzenden Städten, verlassenen Ländern und ruhenden Wassern. Und so erfährt man von den alltäglichen Mühen in einem Mehrgenerationenhaus oder einem verrückten Haus in Oerlikon, von Piraten auf dem Meer oder einer Flucht vor der Mafia.